Plástik

[15] Plástik (griech., Bildformkunst, Bildnerei), die Tätigkeit der Kunsttechnik, welche die organischen Formen selbst körperlich hinstellt und nicht nur durch Farbe oder Zeichnung ihren Schein hervorbringt. Die P. umfaßt in diesem weitern Sinne die Formkunst, Schnitzkunst, Bildhauerkunst und Bildgießerkunst. Im engern Sinne versteht man unter P. die Kunst, Figuren aus weichen Massen, wie Ton, Gips, Wachs etc., zu fertigen (eigentliche Formkunst). Die Tonbildnerei gehört zu den ältesten Beschäftigungen des Menschengeschlechts aller Zonen, in denen die Erde das Material hergab. Erfinder der Kunst, Bildnisse in Gips abzugießen, soll Lysistratos, ein Zeitgenosse Alexanders d. Gr., gewesen sein. Wachs soll ebenfalls zuerst von Lysistratos zum Guß von Bildern angewendet worden sein; bei den Römern war es sehr gewöhnlich, Büsten, Weihgeschenke, Spielzeug etc. daraus zu verfertigen (vgl. Wachsbildnerei). Auch die moderne Kunst, aus Papiermaché und Guttapercha Figuren plastisch darzustellen, gehört hierher. Gewöhnlich gebraucht man das Wort P. auch als gleichbedeutend mit Skulptur oder Bildhauerkunst. Schauspielkunst und Pantomimik nennt man auch wohl belebte P.-Vorgeschichtliche P., s. Kunst der Naturvölker.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 15.
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