Tucuman

[792] Tucuman (von tucma, »Baumwolland«), Provinz der Argentin. Republik, zwischen Salta, Santiago und Catamarca, 23,124 qkm mit (1905 berechnet) 269,617 Einw. (d. h. die höchste Volksdichte mit über 11 auf 1 qkm). Die Provinz ist in der kleinern nordwestlichen Hälfte gebirgig (Nevados de Aconquija, 4650 m), im übrigen eben und wird vom Rio Dolce und dessen zahlreichen Zuflüssen durchzogen. Hauptbeschäftigung ist Ackerbau, der durch Bewässerungskanäle unterstützt wird. Es waren 1900 bebaut mit Zuckerrohr 50,000 Hektar (in 33 Fabriken 80,000 Ton. Zucker und 6,8 Mill. Lit. Alkohol erzeugend), Weizen 2350, Mais 21,000, Tabak 3500, Reis 1400, Kürbisse und Melonen 6000 Hektar. Die Industrie erzeugt namentlich Zucker, Leder, Mehl, Ziegel u. a. Die Provinz wird eingeteilt in 9 Departements. – Die gleichnamige Hauptstadt (San Miguel del T.), am Sali (obern Dolce), Bahnknotenpunkt, Sitz eines deutschen Vizekonsuls, hat viele größere Bauten, Bank, Theater, Seminar, Bibliothek, 2 Hospitäler, Armenhaus, lebhafte Industrie und (1905) 55,000 Einw. In der Umgebung Zuckerplantagen und Orangewäldchen. – T. wurde 1564 gegründet. Am 24. Sept. 1812 siegte Belgrano in der benachbarten Ebene über die Spanier, und 9. Juli 1816 erklärte der in T. eröffnete Kongreß die Unabhängigkeit der La Plata-Staaten.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 792.
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