Atlas [2]

[897] Atlas (maur. Adrar, Dir, Dschebel-Tedla, Dschebel-Adla, Dschebel-Teldsch), Gebirg in NAfrika, beginnt beim Vorgebirg Guer (Aferni) am Atlantischen Meere u. zieht sich, im Süden von der Sahara begrenzt, 17 Längengrade hindurch, unter verschiedenen Namen bis zum Busen von Sidra. Im Ganzen noch sehr unvollständig erforscht, scheint der A. in Marokko, wo er den Namen Daran führt, seine größte Höhe zu erreichen (Heutet 15,000 Fuß, Miltsie 10,700 Ew.). In Algier bildet der A. mehrere Parallelketten, die durch zahlreiche Querzüge verbunden sind (Gamara-, Löwen-, Darah-, Sahel-, Massif-, Ouanseris-, Aures-, Dschurdschura- [Mons ferratus der Römer] Gebirge), erhebt sich aber wohl nicht über 5700 Fuß; in Tunesien steigt er dagegen bis zu 7000 Fuß auf (Dschebel Usselata, Dschebel Sit, Suk el Arbar) u. endigt in Tripolitanien unter dem Namen Dschebel Dschefran, Ghariân, Tachôna u. Hamâda. Die ehemalige Eintheilung in großen u. kleinen A. ist nicht mehr in Gebrauch. Der A. trägt zum Theil ewigen Schnee (dies war schon den Alten bekannt), aber auch herrlichen Pflanzenwuchs, beherbergt viel Wild (Löwen, Hyänen) u. Nomadenvölker, läuft in viele Vorgebirge aus u. hat die Quellen vieler Flüsse (z.B. Tensif, Morbeah, Sebu, Muluvia, Tafna, Shellif, Buberats, Medscherta u. a.). Von den Römern bestieg ihn zuerst Suetonius Paullinus, in neuerer Zeit der Engländer Washington 1830. Die Franzosen haben wiederholt Eroberungszüge nach dem A. unternommen u. dabei einigermaßen zur Aufklärung über das verwickelte Gebirgssystem in Algier beigetragen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 897.
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