Celtische Sprachen

[798] Celtische Sprachen, bilden eine der sechs od. acht großen Familien des Indo-germanischen Sprachstammes; ihnen zunächst schließt sich in Bezug auf den Verwandtschaftsgrad die germanische Familie an. Von den ältern celtischen Sprachen sind nur einzelne Wörter u. Namen durch die griechischen u. römischen Schriftsteller auf uns gekommen, doch lassen dieselben bereits deutlich einen Unterschied zwischen dem britisch-gallischen u. hibernisch-caledonischen Sprachästen erkennen. Die britisch-gallische od. kymrische Gruppe wird heutigen Tags durch das Wallisische od. Welsche (engl. Welsh, franz. Gallois), mit dem seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. vollständig ausgestorbenen Dialekte von Cornwallis od. dem Dumnonischen Dialekte, sowie[798] durch das Bretonische od. Armoricanische (franz.) (Bas-Breton) gebildet. Die hibernisch-caledonische od. gadhelische Gruppe hingegen wird durch das Gaelische (sd.) od. Hochschottische u. das Irische (unrichtig Erfische, Erse) vertreten. Zwischen beiden steht das Manks, ein sehr gemischter Dialekt, der auf die Insel Man beschränkt ist. Unter den celtischen Völkern haben die Iren, Kymren u. Gaelen schon früh im Mittelalter eigenthümliche Literaturen entwickelt, von denen jedoch nur die Kymrische über ihre Heimath hinaus auf die chevalereske Dichtung des romanischen u. germanischen Mittelalters einigen Einfluß gelangte. Vgl. Zeuß, Grammatica Celtica, 2 Bde., Lpz. 1853; Prichard, On the eastern origin of Celtic nations, Lond. 1831; Pictet, De l'affinité des langues celtiques avec le Sanscrit, Paris 1837; Bopp, Über die celtischen Sprachen vom Gesichtspunkt der vergleichenden Sprachforschung, Berl. 1839.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 798-799.
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