Dinka

[160] Dinka, Land im östlichen Sudan (Mittelafrika), grenzt an Senaar u. an das Land der Schilluk u. erstreckt sich am Weißen Nil (Bahr el Abiad) hier u. auf dessen rechter Seite etwa vom 12.–9.° nördl. Br. bis zum Flusse Sobat, während die Ausdehnung nach Osten noch unbekannt ist; es ist ein Tiefland, welches einen großen Theil des Jahres mit Sümpfen u. von den Überschwemmungen des Nil zurückbleibenden Gewässern bedeckt ist, u. eine völlige Ebene, die nur durch isolirte Berge unterbrochen wird, als den Dinkaberg (Dschebel Njemati); nach den Überschwemmungen des Stromes bedeckt sich das Land schnell mit einer dichten, grünen Grasdecke, worunter der eßbare Eibisch häufig wächst. Die Bewohner sind Heiden, verehren den Mond, u. so lange derselbe am Himmel steht, fangen sie nie einen Kampf an; sie haben dunkelschwarzes Haar, affenartige Bildung des Kopfes, besondere Sprache, sind zahlreich u. leben von Vegetabilien, bes. aber von ihren großen Rindviehherden, mit denen sie weit umherziehen, u. von der Jagd; sie stehen unter Häuptlingen, diese wieder unter einem König, welcher nach den Umständen unumschränkt od. auch von den übrigen Häuptlingen abhängig ist.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 5. Altenburg 1858, S. 160.
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