Gorgōnen

[477] Gorgōnen, drei scheußlich gestaltete Schwestern, Stheno, Euryale u. Medusa, Töchter von Phorkys u. Keto. Homer kennt nur Eine Gorgo; nach Hesiodos wohnen die G. an der Grenze der Nacht (Westeuropa) u. sind unsterblich, Medusa ausgenommen, welcher Perseus (daher sein Beiname Gorgophŏnos, der Gorgonentödter) od. Athene (daher Gorgophŏne) den Kopfabschlagen konnte. Das Gorgonenhaupt, mit furchtbarem Blick u. mit Schlanzen statt der Haare umgeben u. mit der Macht die dasselbe Anblickenden in Stein zu verwandeln, wurde in das Schild der Athene gestellt u. wurde später zum Sinnbild alles Schrecklichen u. Furchtbaren; man bildete es auf Schilden in Erz nach u. wandte es selbst zu architektonischen Verzierungen an; aus ihrem, früher von Poseidon befruchteten Blute entsprangen die Rosse Chrysaor u. Pegasos. Nach Späteren wohnen sie alle drei an der äußersten Spitze Europas, in der Gegend der vormaligen Kimmerier; sie haben mannigfache Attribute: ungeheuere Zähne, eherne Hände, goldene Flügel, Schlangen als Haare etc. Vgl. Levezow, Über die Entwickelung des Gorgonen-Ideals in der Poesie u. bildenden Kunst der Alten, Berl. 1833. Daher Gorgonisch, furchtbar, schauderhaft; versteinernd, mit einer steinernen Kruste überziehend.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 7. Altenburg 1859, S. 477.
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