Klaue

[556] Klaue (Ungula), 1) das harte Ende mancher Thierfüße, bei Säugthieren so v.w. Hus. In der Naturgeschichte unterscheidet man dann ganzklauige (Solidungula), einspaltige (Bisulca) etc.; 2) der gespaltene Huf der Säugethiere, namentlich des Hornviehs, der Schafe, der Schweine u.a.; 3) die Spalte im Hufe; 4) der hornige Theil desselben, so Elennklaue; 5) spitzige Nägel an den Zehen der Säugethiere, bes. beim Hund, u. Vögel, bes. bei den Raubthieren; 6) bei Vögeln eine Zehe od. auch 7) der gesammte untere Fuß selbst; 8) Verbindung od. Verkämmung von 2 Hölzern, von denen das obere in einem Winkel ausgeschnitten ist, so daß das untere in den Ausschnitt eingelassen werden kann. Bes. in Gebrauch bei Treppenwangen, wo sie auf das Gebälk od. den Wechsel aufgreifen, aufgeklaut werden; ferner bei Pultdächern, wo die Sparren auf den Rahmen geklaut werden; 9) gespaltenes, bes. gabelförmiges Werkzeug bei mehreren Gewerken u. Einrichtungen; 10) am Anker die äußersten Spitzen der Arme; 11) Wurzelknollen mancher Gewächse, z.B. Spargel, Ranunkel u. dgl.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 556.
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