Loder

[461] Loder, Just. Christian von L., geb. 1753 in Riga, wurde 1778 Professor der Medicin in Jena, wo er bes. für Errichtung eines neuen anatomischen Theaters, einer Entbindungsanstalt u. einer naturhistorischen Sammlung thätig war u. mit Hufeland ein medicinisch-chirurgisches Clinicum gründete, von welchem er die chirurgische Abtheilung als Director übernahm; 1799 wurde er herzoglicher Leibarzt u. 1803 Professor in Halle, wo er eine chirurgische Krankenanstalt errichtete. Als die Universität Halle 1806 temporär aufgelöst wurde, ging er in sein Vaterland u. privatisirte seit 1808 als königlich preußischer Leibarzt in Petersburg bis 1810, wo er russischer Staatsrath u. Leibarzt, zugleich aber[461] bei seiner Entlassung vom König von Preußen geadelt wurde. Zu seinem Aufenthalt wählte er Moskau, wo er 1812 Militärhospitäler errichtete u. 1814 Oberdirector des großen Militärhospitals wurde, welche Stelle er bis 1818 bekleidete. Kaiser Alexander kaufte seine Sammlungen anatomischer Präparate u. schenkte sie der Universität in Moskau. 1819 wurde nach seinem Plan ein anatomisches Theater erbaut, an welchem er Vorlesungen hielt. Er st. 1832 u. schr.: Anatomische Tafeln, Weimar 1797–1803, Fol.; Osteologie u. Syndesmologie, Jena 1788, 2. Aufl. 1800; Grundriß der Anatomie, ebd. 1806, 1. Thl.; Elementa anatomiae hum. corporis, Moskau 1823, 1 Thl.; Anfangsgründe der medicinischen Anthropologie u. Staatsarzneikunde, Weim. 1793; Medicinisch-chirurgische Beobachtungen, ebd. 1794; Anfangsgründe der Chirurgie, Jena 1800; gab auch heraus: Journal für Chirurgie, Geburtshülfe u. gerichtliche Medicin, Jena 1791–1806, 4 Bde.; desgl. Index praeparatorum aliarumque rerum ad anatomen spect., in Museo caes. universitatis mosquensis, Moskau 1813, n. A. lateinisch 1826.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 461-462.
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