Pneumatisch-chemischer Apparat

[221] Pneumatisch-chemischer Apparat, die Sammlung von Instrumenten, welche zu Versuchen mit Gasen erforderlich sind. Um ein Gas in passende Gefäße leiten zu können, bringt man den Schenkel des Gasentwickelungsrohres unter Wasser od. Quecksilber u. hält über die Mündung ein umgekehrtes, mit derselben Flüssigkeit angefülltes Gesäß. In dem Maße, als sich Gas entwickelt u. in das Gefäß steigt, wird daraus die Flüssigkeit verdrängt. bis endlich das ganze Gefäß mit Gas angefüllt ist. Ein diese sogen. Sperrflüssigkeit enthaltendes Gefäß wird Pneumatische Wanne genannt. Je nachdem man als Sperrflüssigkeit Wasser od. Quecksilber anwendet, unterscheidet man Wasser- u. Quecksilberwanne. Der vorzüglichste Apparat zum Auffangen eines Gases ist der sogen. Gasometer, der aber weniger zum Messen des Gases als vielmehr dazu dient, das constante Ausströmen eines Gases zu erzielen. Die Lehre von der Gasanalyse wird Eudiometrie genannt, welcher in der neuesten Zeit eine größere Sorgfalt gewidmet worden ist als ehemals; man hat jetzt bes. zwei Principien verfolgt, das der Wägung u. das der Messung. Ersteres wurde von Brunner, später von Dumas u. bei der organischen Analyse namentlich von Liebig benutzt, letzteres bes. durch Bunsen, Regnault, Doyère u. Marchand ausgebildet.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 221.
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