Instrument

[940] Instrument (v. lat.), 1) Werkzeug; bes. 2) Werkzeug bei Ausübung einer Kunst, od. bei wissenschaftlichen Beobachtungen u. Versuchen; daher chirurgische, mathematische, physikalische, astronomische I-e. Sie werden von den Instrumentmachern gefertigt, welche freie Künstler sind, häufig den allgemeinen Namen Mechaniker führen, aber meist nur eine Art von I-en verfertigen, z.B. nur chirurgische od. mathematische etc.; 3) im engeren Sinne musikalische I. Diese I-e werden eingetheilt nach der Behandlungsweise, nach welcher auf denselben Töne hervorgebracht, od. dem Material, woraus sie gefertigt werden, in: A) Blasinstrumente, u. diese in a) solche, die mittelst eines Blasebalges, z.B. Orgel, u. b) solche, die mit dem menschlichen Athem intonirt werden; letztere in aa) hölzerne I-e, wie Flöte, Oboe, Clarinette, Fagot etc., u. bb) Messing- instrumente, wie Posaune, Trompete, Horn etc. B) Saiteninstrumente; diese zerfallen in a) Bogeninstrumente (s.d.), bei welchen die Saiten mit einem Bogen gestrichen werden, u. b) solche, wo die Saiten mit den Fingern od. einem Plectrum gerissen werden, z.B. Harfe, Laute, Zither, Strohfidel etc.; c) solche, wo die Saiten mittelst eines Hammers u. durch Tasten angeschlagen werden (krustische od. Clavierinstrumente). C) Schlaginstrumente, wie die Glockenspiele, Pauken u. ähnliche. D) Frictionsinstrumente, solche, wo der Ton durch Reibung, z.B. der Finger an Glasglocken (Harmonika) od. Holz- u. Metallstäbe, die sich an einander reiben, hervorgebracht wird. Diese I-e werden von unzünftigen Künstlern (Instrumentmachern) verfertigt. Meist beschäftigt sich ein solcher mit Anfertigung nur Einer Gattung I-e, so von Geigen, worin bes. Norditalien u. namentlich Cremona berühmt ist, in Fertigung clavierähnlicher I-e excelliren London, Paris u. Wien, hölzerne Blasinstrumente werden von Flötenbohrern in verschiedenen Gegenden, so Tyrol, zu Neukirchen im Sächsischen Erzgebirge etc. gefertigt; 4) im engsten Sinne clavierartiges I.; 5) s. Instrumentum 3).

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 940.
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