Sack [1]

[735] Sack, 1) ein aus Leinwand, Leder, Papier u. dgl. verfertigter Beutel, in welchem allerlei Dinge aufbewahrt u. fortgeschafft werden, als Korn-, Mehl-, Ouark-, Federsack etc.; 2) ein formloses, aus grobem, härenem Zeuge verfertigtes dunkelbraunes od. schwarzes Kleid der Juden, welches sie bei Trauerfällen trugen u. mit einem Strick um die Lenden zusammenhielten. Da zugleich Staub auf das Haupt gestreut wurde, entstand das Sprichwort: in S. u. Asche gehen. Die Propheten od. Bußprediger trugen den S. als Amtskleid; 3) (Strafe des S-es), so v.w. Ertränken; 4) so v.w. Tasche u. Beutel; 5) (Jagdw.), so v.w. Hamen 2); 6) Getreidemaß, s. Sac; 7) in Ungarn ein Kohlenmaß = 1/12 Karren; 8) in Hamburg ein Malzmaß, hält 4 Faß; 9) der S. Kaffee ist 90–120 Pfund; 10) im Pelzhandel beim sibirischen Grauwerk 100, beim Hermelin 160, bei Hamsterfellen 180 Felle; 11) so v.w. Sackgasse; 12) ein künstliches Getränk von Raute, Fenchelwurzel u. Meth in England; 13) ein sackartig gebildeter Körpertheil, wie der Hodensack.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 14. Altenburg 1862, S. 735.
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