Smets

[221] Smets, 1) Johann Nikolaus S. von Ehrenstein, geb. in Eignatten bei Limburg; wurde 1786 Chef beim Appellationsgericht zu Bonn, 1793 gräflich plettenbergischer Hofrath zu Berlin, wurde dann Schauspiele unter dem Namen Stolmers, übernahm die Direction der Bühne von Reval u. heirathete 1795 die berühmte Sophie Schröder; nachdem er sich 1802 von dieser getrennt hatte, ließ er sich als Advocat in Aachen nieder u. st. hier 1812; er schr.: Die Straf- u. Polizeigesetze des 18. Jahrh., Lpz. 1796 u.a.m. 2) Philipp Karl Joseph Anton Johann Wilhelm, des Vorigen Sohn, geb. 15. Sept. 1796 in Reval, wurde in Aachen erzogen u. war zum Maler bestimmt, wendete sich aber, nach dem Tode seines Vaters, 1812, den Studien in Bonn zu, machte 1815 unter den Freiwilligen Jägern den Feldzug gegen Frankreich mit, begleitete dann einen jungen Adlichen nach Wien, wo er durch seine Mutter, Sophie Schröder, veranlaßt wurde die Bühne zu betreten. Nachdem er diese bald wieder verlassen hatte, wurde er Lehrer der Deutschen u. Französischen Sprache an der Kriegsschule u. dann am Gymnasium in Coblenz, studirte seit 1819 Theologie in Münster u. wurde 1822 Religionslehrer u. Pensionatinspector am Gymnasium in Köln, 1828 aber Pfarrer in Jersol bei Bonn, dann Oberpfarrer in Münstereisel u. zuletzt Pfarrer in Nideggen; 1837 legte er seine Pfarrstelle nieder, privatisirte in Köln u. wurde 1842 Canonicus in Aachen, wo er 14. Oet. 1848 starb. Er schrieb unter seinem eigenen Namen, so wie pseudonym als: Lenz von Prag, Theobald u. Justus Walther: Poetische Fragmente, Köln 1808; Die Blutbraut (Trauerspiel), ebd. 1808; Tassos Tod, ebd. 1820; Hieroglyphen für Geist u. Herz, ebd. 1822: Gedichte, Aachen 1624; Ferd. Franz Wallraf, Köln 1825; Kurze Geschichte der Päpste, ebd. 1829; Neue Dichtungen, Bonn 1831; Sämmtliche Gedichte, Stuttg. 1840; Gott ist mein Heil (ein Gebetbuch), Bonn 1832; Gedichte, Stuttg. 1840; u. gab heraus: Taschenbuch für Rheinreisende, Köln 1820;Katholische Monatsschrift zur Belehrung, Erbauung u. Unterhaltung, Köln 1826 f.; Fromme Lieder von Fr. Spee, Bonn 1849.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 16. Altenburg 1863, S. 221.
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