Spessart

[531] Spessart (der Spechteshart [d.h. Spechtswald] des Nibelungenliedes), Gebirge im baierischen Kreise Unterfranken, nur ein kleiner Theil gehört der kurhessischen Provinz Hanau an; begrenzt gegen Osten von der Sinn, gegen Süden u. Westen vom Main, gegen Norden von der Kinzig u. Joß; 32 QM., der Hauptmasse nach aus Granit, Gneis u. Glimmerschiefer mit aufgelagertem Sandstein bestehend, auf den Höhen mit Waldungen, meist von Buchen u. Eichen bedeckt; die Flußthäler steil, eng u. tief eingeschnitten. Man unterscheidet den Vorspessart od. den äußeren Saum längs des Main, den Hochspessart, welcher den inneren Hauptrücken des Gebirges umfaßt, u. den gegen die Kinzig u. Kahl auslaufenden Hinterspessart. Ein Theil des Hauptjoches wird Eselshöhe (Eselspfad) genannt. Unter den abgerundeten, wenig über die Gesammthöhe emporragenden Kuppen ist der 1900 Fuß hohe Geiersberg die höchste; andere sind: Hohe Wart 1811 F., Hockenhöhe 1800 F., Hirschberger Höhe 1732 F., Orber Reisig 1702 F., Gebrannter Berg 1699 F. etc. Von den Waldungen ist der größte Theil Staats der kleinere Privateigenthum. S. ist ein armes Bergland mit rauhem Klima; bewohnt u. bebaut sind nur der Vorspessart u. die Thäler des Hochspessart. Vgl. Behlen, Topographie des S-s, Lp.; 1823–27, 3 Bde.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 16. Altenburg 1863, S. 531.
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