Tivŏli [1]

[630] Tivŏli, 1) District in der Comarca di Roma des Kirchenstaats; 2) Hauptstadt hier, links am Teverone, welcher hier herrliche Cascatellen bildet, u. an dem Sabinergebirge reizend gelegen, mit Rom durch die alte Via Tiburtina verbunden; hat Kathedrale (ehemals Tempel des Hercules), Bischof, Jesuitencollegium, mehre Villen, darunter die 1549 angelegte, durch prachtvolle Gartenanlagen u. zahlreiche Wasserkünste ausgezeichnete Villa d'Este mit Fresken u. der Colossalstatue der Tiburtinischen Sibylle; viele Trümmer der alten Römerstadt Tibur (s.d.), so Tempel der Drusilla Vesta (jetzt Kirche S. Giorgio), Tempel der Tiburtinischen Sibylle, Neptunsgrotte, Grotte der Sirenen, Villen des Mäcenas (j. Eisenfabrik), des Sallustius, Valerius Maximus, Quintilius Varro, Hadrianus; 1700 Ew.; vgl. Sebastiani, Viaggio a T., Rom 1825; Viola, Storia di T., 1819; 3) ein zuerst in Neapel, dann in Paris dem T. 2) nachgebildeter Name für einen Vergnügungsort mit Gärten, in denen Lustpartien, bes. des Abends, mit Illumination, Schauspiel im Freien, Seiltanz, Rutschbergen etc. gegeben wurden. Eben so wurden in Wien, Berlin, Antwerpen, Kopenhagen, Frankfurt, Pesth, Leipzig u.a. großen Orten Gartenrestauratioen T. genannt; vgl. Vauxhall; 4) so v.w. Tivolitheater.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 630.
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