Bekommen

1. Eins bekommen, eins genommen; eins genommen, eins bekommen.Eiselein, 65.


2. Was ich nicht bekomme, ist mir nicht beschert.Blum, 9; Simrock, 929.


3. Was man bekommen kann, ist nicht theuer.


4. Wer bekommt, was recht, murrt mit Unrecht.


*5. Dat sall jum bekamen, as de Hund't Grasfreeten. (Ostfries.)


*6. Er bekommt, was die Maus vom Stier.Bertram, 65.


[307] *7. Es bekommt ihm, wie das Hundeführen nach Bautzen.

Kaiser Heinrich I. sandte zur Verhöhnung dem Ungarfürsten nach Bautzen zwei schäbige Hunde sammt Fehdebrief. Dieser liess dagegen des Kaisers Boten Nasen und Ohren abschneiden und schickte sie auf solche Art verstümmelt wieder zurück.


*8. Es bekommt ihm wie dem Hunde die Wurst.

Holl.: 'T bekomt hem als den hond de worst. (Sprenger II, 13.)

*9. Es bekommt nicht ein jeder, was er haben will.


*10. Es wirt dir bekommen, wie dem hunde das grass.Agricola, I, 173; Guttenstein, I, 46; Egenolff, 86b; Tappius, 44a.

»Wenn sich der hundt purgiren wil, so frisst er grass, vnd gibt es bald wider von sich, vnd empfahet vom grasse kein speise oder stercke.«

Frz.: Il n'y gagnera que du chagrin. – Il s'en trouvera fort mal.

Lat.: Aquila carbones (sc. reperit). – Sus acina dependes.


*11. Is wird em bekummen, wie am Hunde 's Groass.Gomolcke, 684.


*12. Von dem bekommstu aach: Mein' Nephiche dein' Rephue. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 277.

Der Wunsch: Meine Blähung seine Genesung! ist die einzige Gabe, deren der Geizhals fähig ist.


*13. Wohl bekomm's!

Lat.: Bene mihi, bene nobis.


[308]

zu1.

Lat.: Alia dantur, alia negantur. (Philippi, I, 17.)


zu4.

Dän.: Den sig sdv beskylder unde kyedas. – Vel bekiendt er halv forladt. (Prov. dan., 63.)


zu8.

Holl.: Dat bekomt hem als den hond de knüppel na 't stelen van de worst. (Harrebomée, I, 316a.)


zu10.

»Avicenna klagt vber die Hund, dass sie bissweilen, wenn ihnen im Leib nicht wohl ist, heimlich etliche Kräuter suchen, und wenn sie dieselben gessen haben, so brechen sie alles auss dem Magen, was sie drinne haben.« (Oec. rur., 12, 472.)

Dän.: Det bekommer hem som hund der aeder grass. (Prov. dan., 64.)


14. Es bekommet nicht wol, wenn einer einen Karpfen mit den Gräten jsset.Lehmann, 935, 21.

15. Für den, der etwas bekommt, ist das Summen der Mücke Musik, für den, der nichts bekommt, reicht Pfeif' und Trommel nicht aus.Merx, 5.


16. Man bekommt nicht alles, was man sieht, und kann nicht alles behalten, was man anfasst.

Dän.: Man faaer ey alt det man seer, eller beholden alt det man tager i haand. (Prov. dan., 149.)


17. Von jhm man eben als viel bekimpt, wie man von bremen honig nimpt.

Lat.: Sic dat dona sua, sicut dat mella genista. (Loci comm., 16.)


*18. Bekommst's nichts und wenn du dich auf den Kopf stellst.


*19. Das ist ihm schlecht bekommen.

Dän.: Det bekom ham ilde; han blev ey feed deraf. (Prov. dan., 324.)


*20. Es bekomm' euch wohl und mir nicht weh'.

Lat.: Bene mihi, bene nobis. (Philippi, I, 58.)


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
Lizenz:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika

Buchempfehlung

Gellert, Christian Fürchtegott

Die zärtlichen Schwestern. Ein Lustspiel in drei Aufzügen

Die zärtlichen Schwestern. Ein Lustspiel in drei Aufzügen

Die beiden Schwestern Julchen und Lottchen werden umworben, die eine von dem reichen Damis, die andere liebt den armen Siegmund. Eine vorgetäuschte Erbschaft stellt die Beziehungen auf die Probe und zeigt, dass Edelmut und Wahrheit nicht mit Adel und Religion zu tun haben.

68 Seiten, 4.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Für den dritten Band hat Michael Holzinger neun weitere Meistererzählungen aus dem Biedermeier zusammengefasst.

444 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon