Kresse

[664] Kresse werden mehre durch einen rettigähnlichen Geschmack sich auszeichnende Pflanzen genannt, welche man als Appetit erregende, gegen den Skorbut dienende und urintreibende Mittel genießt. Bekannt ist die Gartenkresse (lat. Lepidium sativum), die häufig in Gärten angebaut aber auch wild wachsend gefunden wird und sich durch aufrechten Stengel, vielfach eingeschnittene Blätter und weiße traubenstaudige Blumen auszeichnet und zu Heilzwecken, sowie als Gemüse oder Salat benutzt wird. Auf gleiche Weise genießt man auch die Brunnenkresse (lat. Sisymbrium nasturtium), welche in Europa und Nordamerika an hellen Bächen und Quellen wild wächst, gefiederte, herzförmige Blättchen hat und auch zu Frühlingseuren gebraucht wird, indem man sie mit verschiedenen andern grünen Kräutern vermengt und den ausgepreßten Saft trinkt. Auch mehre Sorten der Wiesenkresse (lat. Cardamine) werden gegessen. Die indianische, peruanische oder Capucinerkresse (lat. Tropaedolum majus) wird als Zierblume in Gärten angebaut, wächst in Amerika, namentlich in Peru wild und zeichnet sich durch schöne rothe oder pomeranzenfarbene Blumen aus, welche in südl. Ländern als Salat verspeist werden. Die Blumenknospen und unreifen Früchte werden in Essig eingelegt und wie Kapern benutzt. Wie auch an andern rothgelben Blumen kann man an der Capucinerkresse des Nachts nach heißen Tagen ein blitzendes Leuchten beobachten.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 664.
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