Mimik

[144] Mimik wird nach dem Griechischen überhaupt die Kunst genannt, durch Mienen und Geberden (s.d.), Handlungen, Ideen und Gemüthszustände darzustellen, oder ihren mündlichen Ausdruck passend damit zu begleiten, wo sie dann mit Gesang oder Declamation (s.d.), sowie zu anderweitiger Erhöhung das Interesse ihrer Leistungen auch mit Tanz, Gymnastik und andern Künsten sich verbindet, welche dann eine vorzugsweise mimische Richtung nehmen und in diesem Sinne auch mimische Künste genannt werden. Sie unterscheiden sich von den andern besonders dadurch, daß ihre Leistungen unmittelbar an die Person der Künstler gebunden sind, wodurch sie zwar an Lebendigkeit des Eindrucks jede andere Kunstleistung hinter sich lassen, darum aber auch die Darstellung selbst nicht überdauern. Aus demselben Grunde werden sie auch vorzugsweise repräsentirende oder darstellende Künste geheißen; solche Künstler aber, welche durch Geberden darstellen, folglich auch die Schauspieler, werden Mimen genannt. Unter mimischen Darstellungen sind zwar im Allgemeinen alle Leistungen der Mimik begriffen, gewöhnlich werden aber solche vorzugsweise damit bezeichnet, bei denen mehre Personen in eine Art Gemälde (daher lebende Bilder) gruppirt auftreten oder einzelne sich in charakteristischen Haltungen, sogenannten Attituden, zeigen. Sie fallen daher eigentlich mit Darstellungen durch bloße Geberdung oder mit den Pantomimen (s.d.) zusammen.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 144-145.
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