Seckendorf [3]

[148] Seckendorf (Leo, Freiherr v.), ein früh durch einen ehrenvollen Tod seinem Vaterlande entrissener Dichter, wurde 1773 zu Wonfurt bei Haßfurt in Baiern geboren, studirte in Jena und Göttingen und beschäftigte sich frühzeitig mit Poesie. Die Liebe zu dieser wuchs, nachdem er 1798 als Regierungsassessor nach Weimar gekommen und hier mit Göthe, Schiller, Herder und Wieland bekannt geworden war. Er gab zuerst 1800 »Blüten griech. Dichter« und das »Neujahrstaschenbuch von Weimar für 1801« heraus. Er verließ Weimar 1802, kam als Regierungsrath nach Stuttgart, wurde hier in eine Untersuchung verwickelt und zum Staatsgefangenen gemacht. Bis 1805 saß er als solcher erst im Schlosse Solitude und dann auf dem Hohenasperg. Die Annäherung eines östr. Heeres mit seinem Oheim, welcher kais. Feldzeugmeister war, wurde die Veranlassung seiner Befreiung. Er hielt sich hierauf erst in Franken, dann in Wien auf, und als der Krieg von 1809 ausbrach, trat er als Hauptmann in die östr. Landwehr. Bei Ebersberg an der Traun, 1809, wurde er schwer verwundet in eine Scheuer der bereits in Brand gesteckten Stadt gebracht, und fand seinen Tod wahrscheinlich in den Flammen am 6. Mai. Seine Gedichte athmen glühende Liebe für das Vaterland.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 148.
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