Amira

[440] Amira, Karl von, Forscher auf dem Gebiete der germanischen Rechtsgeschichte, geb. 8. März 1848 in Aschaffenburg, studierte in München, war dann kurze Zeit im Justiz- und Verwaltungsdienst tätig, habilitierte sich 1874 als Privatdozent für deutsche Rechtsgeschichte und deutsches Privatrecht in München und ward bereits im folgenden Jahr ordentlicher Professor in Freiburg i. Br. 1893 folgte er einem Ruf an die Universität München. Außer verschiedenen in Zeitschriften erschienenen Abhandlungen rechtsgeschichtlichen Inhalts schrieb er: »Das altnorwegische Vollstreckungsverfahren« (Münch. 1874); »Erbenfolge und Verwandtschaftsgliederung nach den altniederdeutschen Rechten« (das. 1874); »Über Zweck und Mittel der germanischen Rechtsgeschichte« (das. 1876); »Nordgermanisches Obligationenrecht« (Leipz. 1882–95, Bd. 1 u. 2) sowie den Abschnitt »Recht« in H. Pauls »Grundriß der germanischen Philologie« (auch als Sonderdruck, 2. Aufl., Straßb. 1897). In den »Neudrucken deutscher Literaturwerke des 16. u. 17. Jahrhunderts« gab er heraus: »Das Endinger Judenspiel« (Nr. 41, Halle 1883).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 440.
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