Appische Straße

[635] Appische Straße (Via Appia), die größte und prächtigste Straße des alten Italien, zur Zeit ihrer Vollendung, nach Trajan, ca. 540 km lang bei einer Breite von 8 m. Ihr erster Erbauer war seit 312 v. Chr. der Zensor Appius Claudius Cäcus, welcher sie von der Porta Capena in Rom über Aricia, Tarracina, Fundi, Minturnä, Sinuessa bis Capua führte. Später wurde sie über Beneventum, Venusia, Tarentum und Uria bis Brundisium, dem Überfahrtsort nach Griechenland, verlängert (vgl. Karte »Italien zur Zeit des Kaisers Augustus«). Die Grundlage bestand aus grobem, festgestoßenem Kies und kleinen Feldsteinen, die mit glatten Quadersteinen belegt waren. An den Seiten befanden sich steinerne, 70 cm hohe Einfassungen, Ruhe- und Meilensteine. Überbleibsel der Straße werden stellenweise noch jetzt benutzt. 1850–53 hat Canina auf Befehl Pius' IX. die beiderseits mit zahlreichen Grabmonumenten geschmückte Strecke zwischen Rom und Fratocchi (bei Albano) ausgegraben und bloßgelegt.[635]

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 635-636.
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