Baumgärtner

[479] Baumgärtner, Karl Heinrich, Mediziner, geb. 21. Okt. 1798 in Pforzheim, gest. 11. Dez. 1886 zu Baden-Baden, studierte in Tübingen und Heidelberg und war 1824–62 Professor der medizinischen Klinik in Freiburg. B. suchte schon 1830 nachzuweisen, daß durch die Spaltungen des Eidotters kugelige Massen entstehen, aus denen sich die Einzelteile des Tieres entwickeln, und beschrieb die stufenweise Umwandlung solcher Kugeln zu Blutkörperchen. Die »Bildungskugeltheorie« war sonach der Vorläufer der Zellentheorie von Schwann. Er schrieb: »Über die Natur und die Behandlung der Fieber« (Freiburg 1827, 2 Bde.); »Dualistisches System der Medizin«, in 2 Abteilungen: »Grundzüge zur Physiologie und zur allgemeinen Krankheits- und Heilungslehre« (3. Aufl., Stuttg. 1854) und »Handbuch der speziellen Krankheits- und Heilungslehre« (4. Aufl., das. 1847–48, 2 Bde.); »Krankenphysiognomik« (2. Aufl., das. 1841 bis 1842, mit Atlas); »Lehrbuch der Physiologie« (das. 1853); »Nähere Begründung der Lehre von der Embryoanlage durch Keimspaltungen« (das. 1854); »Anfänge zu einer physiologischen Schöpfungsgeschichte« (das. 1855); »Vermächtnisse eines Klinikers« (Freiburg 1862); »Schöpfungsgedanken« (das. 1856–59, 2 Bde.); »Die Naturreligion« (2. Aufl., Leipz. 1868); »Natur und Gott« (das. 1870); »Die Weltzellen« (das. 1875). Er verfaßte auch mehrere Dramen, die in den »Dramatischen Schriften und Studien über das Leben« (Leipz. 1865–66, 3 Bde.) gesammelt erschienen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 479.
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