Collot d'Herbois

[230] Collot d'Herbois (spr. kollo derbŭá), Jean Marie, franz. Revolutionär, geb. 1751 in Paris, gest. 8. Jan. 1796, zog als Schauspieler und Theaterdichter umher, trat 1789 in Paris als feuriger Volksredner auf und gab den radikalen »Almanac du père Gerard« heraus. Nach dem 10. Aug. 1792 trat er in den Stadtrat der Pariser Gemeinde und nach den Septembergreueln in den Konvent, wo er die Einführung der Republik beantragte und eifriger Verfolger der Girondisten wurde. Er ward nach der Einnahme des gegen die Schreckensmänner empörten Lyon dahin geschickt und ließ die Verhafteten in Masse zusammenhauen und niederschießen. Auf Robespierres wachsende Macht eifersüchtig, wirkte er eifrig auf dessen Sturz hin. Die Reaktion gegen die Schreckensmänner nach dem 9. Thermidor hatte zur Folge, daß 27. Dez. 1794 C. auf den Antrag Clausels in Anklagezustand versetzt und nach dem jakobinischen Aufstande des 12. Germinal (1. April 1795) zur Deportation nach Cayenne verurteilt wurde, wo er, dem Trunk ergeben, starb. Er schrieb eine große Zahl Dramen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 230.
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