Dragoner

[159] Dragoner (franz., von dragon, »Drache«, als ihrem ehemaligen Feldzeichen), bildeten ursprünglich berittenes Fußvolk, das im schnellen Fortkommen, Absitzen und Herstellung der Schlachtordnung geübt war. Zuerst im 16. Jahrh. in Piemont erwähnt, fanden die D. in Frankreich, dann in andern Heeren vermehrte Anwendung. Gustav Adolf erleichterte ihre Rüstung und Bewaffnung, später wurden sie überall als leichte Reiter gleich den Husaren verwendet. Vorübergehend traten sie auch wieder als berittenes Fußvolk auf; so wies ihnen der Große Kurfürst eine Mittelstellung zwischen diesem und der schweren Reiterei an. In Deutschland sind die D. jetzt wie die übrige Kavallerie mit Degen, Karabiner und Lanze bewaffnet. In Rußland wurden die D. mehrfach als berittene Infanterie verwendet und führen jetzt noch Bajonettgewehre.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 159.
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