Emser

[766] Emser, Hieronymus, einer der namhaftesten Gegner der Reformation, geb. 16. (26.?) März 1478 (1477?) in Ulm, gest. 8. Nov. 1527, hielt 1504 in Erfurt eine humanistische Vorlesung, die auch Luther hörte, trat nach kurzem Aufenthalt in Leipzig zu Dresden als Sekretär in die Dienste des Herzogs Georg von Sachsen und bewirkte 1510 durch eine Reise nach Rom die Heiligsprechung des Bischofs Benno von Meißen (vgl. seine unkritische und phantastische »Vita Bennonis«, Leipz. 1512). Mit Luther stand er anfangs in gutem Einvernehmen, geriet aber nach der Leipziger Disputation mit ihm in Streit. Mit der päpstlichen Bannbulle verbrannte Luther auch Emsers Schriften. Seine Übersetzung des Neuen Testaments (1527) ist nichts andres als die nach der Vulgata und der kirchlichen Auslegung abgeänderte Luthersche, der er 1400 Irrtümer und Lügen vorgeworfen hatte. Da E. auf seinen Schriften sein Familienwappen, einen Bockskopf, anzubringen pflegte, so nannte ihn Luther spottweise den Bock-E. Seine Schriften gegen Luther sind gesammelt von EndersLuther und E.«, Halle 1890–92, 2 Bde.). Vgl. G. Kawerau, Hieronymus E. (Halle 1898).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 766.
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