Faltstuhl

[305] Faltstuhl, Sitzmöbel mit und ohne Lehne, dessen Fußgestell zusammengeklappt werden kann; war schon bei Griechen und Römern im Gebrauch. Das Gestell war meist von Holz, seltener von Metall; das Holz wurde mit Schnitzereien, Tierköpfen und Tierfüßen verziert, vergoldet und mit Elfenbein eingelegt. Der Sitz bestand aus Zeug, Leder u. dgl. oder aus Latten, die sich beim Zusammenklappen des Stuhles ebenfalls zusammenlegten (s. Tafel »Möbel I«, Fig. 4). Weil er leicht transportiert werden kann, wird der F. im Kriegslager, auf Reisen, Spaziergängen, bei künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten im Freien benutzt, daher auch Feldstuhl genannt. Im mittelalterlichen Latein hieß der F. Faldistolium (s.d.), woraus Fauteuil (s.d.) entstand.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 305.
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