Haubitze

[872] Haubitze (v. tschech. houfnice), ursprünglich hölzerne Schleuder zum Werfen von Steinen »haufenweise«, später ein Wurfgeschütz in Räderlaffete, das in der Rohrlänge, 6–8 Kaliber, zwischen Kanonen und Mörsern stand. Haubitzen kommen (als Hauffnitz) zuerst 1425 bei den Hussiten vor, schossen Steinkugeln, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. auch Granaten, später auch andre Artilleriegeschosse. Von Ende des 18. Jahrh. ab hatten die Kanonenbatterien auch zwei Haubitzen oder letztere bildeten Haubitzbatterien, bis sie von gezogenen Geschützen verdrängt wurden. Der Gebrauch war im Feld- und Festungskrieg ein sehr vielseitiger; man beschoß damit besonders gedeckte Ziele, das Innere von Schanzen etc. Im gezogenen System stellte man zuerst neben die langen die kurzen Kanonen und nennt letztere, wenn die Verkürzung des Rohres bis auf 10–12 Kaliber geschieht, Haubitzen. Vgl. Geschütz, besonders S. 702 u. 707.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 872.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: