Mauke

[456] Mauke (Impetigo, Uligo), bei Haustieren eine Hautentzündung an den Füßen, namentlich an der Beugeseite der Zehen, beim Pferde Köte (s. d.) genannt, wo die Haut sein behaart und zart ist. Hier können Schmutz, namentlich Kalkstaub und andre scharfe Stoffe, in Verbindung mit dem Schweiß ein Wundwerden mit Entzündung, Nässen, Eiterung etc. bedingen (Schmutzmauke), ebenso wirken Nässe und Kälte, z. B. Waten im Schnee (Schnee- oder Kältemauke). Oft bilden sich in den Gelenkbeugen tiefe Risse und Geschwüre; Hautstücke sterben ab (Brandmauke) oder die Entzündung verbreitet sich über den Fuß, der sich verdickt, mit Geschwüren bedeckt und dessen Haare sich sträuben (Igelfuß, Straubfuß, auch Raspe). Das beste Mittel, der M. vorzubeugen, ist Reinigung (Waschen und Trocknen) der Füße beim Pferde, namentlich der Köte, nach dem Dienst. Bei weniger gut gehaltenen Pferden ist das Abscheren des Kötenschopfes, welcher der Köte natürlichen Schutz gewährt, zu widerraten. Ist M. eingetreten, womit sich bald Lahmheit verbindet, so ist sorgfältige Behandlung am Platze (Reinigung mit desinfizierenden Mitteln, Aufpudern von austrocknenden Wundstreupulvern, Verband), die bei vernachlässigter M. (Igelfuß) oft Monate erfordert. Eine besondere Ursache hat die Schlempemauke (s. d.) des Rindes. Nicht zur M. gerechnet wird die Fußräude (s. Räude). Die Bezeichnung der M. als Schutzmauke beruhte[456] auf der als irrtümlich erkannten Annahme, daß die M. der Pferde mit den Kuhpocken (Schutz-, resp. Impfpocken) identisch sei. – Die Entstehung des Wortes M. (mittelhochdeutsch mûche, in Bayern heute noch Manche) ist unsicher. In manchen Gegenden bezeichnet man gewisse Arten von Ungeziefer, in andern dagegen Winkel, in denen Abfälle (auch Sparpfennige etc.) angesammelt sind, als M.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 456-457.
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