Rabat

[534] Rabat (Rêbat, Rbat, arab. Errebât, auch S'lah Dschedid, »Neu-Salēh«), Hafenstadt an der atlantischen Küste von Marokko, an der Mündung des durch eine Barre verschlossenen Bu-Regreg, mit Wasserleitung (20 km), hat mit dem gegenüberliegenden Saleh (Sla) 60,000 Einw., wovon ein Drittel in Saleh, in dem weder Christen noch Juden wohnen, wogegen in R. 3–4000 Juden und 50 Europäer leben. Beide Städte umschließen Mauern (R. sogar zwei) gegen die räuberischen Berber. Die äußere der beiden mit Türmen verteidigten Mauern Rabals schließt einen ungeheuern Raum ein, auf dem sich zwei Paläste des Sultans befinden. Die stark befestigte Kasbah verteidigt die Stadt gegen Angriffe zur See und vom Lande. Am Ostende der Stadt befinden sich großartige Ruinen eines ehemaligen Palastes und einer daran gebauten Moschee mit 65 m hohem Turme (Hassan). R. ist berühmt wegen seiner Teppiche, Mäntel (Haiks) und Decken, Stroh- und Binsenmatten, Wollenstoffe, gegerbten Häute, Pantoffeln, Tonwaren. Der Handel, wegen der unsichern Reede verhältnismäßig wenig bedeutend, brachte 1904 an Einfuhr (Baumwollwaren, Zucker, Tee, Wollwaren etc.) 118,400, an Aus fuhr (Wolle, Wollwaren, Felle, Teppiche) 16,982 Pfd. Sterl.; der Schiffsverkehr betrug (1904) 70,315 Reg.-Ton. R. ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls. Etwa 2 km von der Stadt liegen die Ruinen der alten karthagischen Stadt Selha (nach der Saleh benannt wurde), das spätere römische Chella, später Begräbnisstätte der Herrscher des Magreb. – R., 1306 durch Jakub el Mansur erbaut, wurde R. el Fath (»das siegreiche Feldlager«) genannt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 534.
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