Molukken

[371] Molukken, Gruppe im Indischen Archipel, zwischen Celebes u. Neuguinea. Die M. sind im Allgemeinen sehr gebirgig, man zählt auf ihnen acht Vulkane; das Klima ist im Allgemeinen sehr angenehm u. gesund, nur in den Niederungen theilweise den Europäern gefährlich. Überaus reich an Producten, sind die M. schon von Alters her durch ihre Gewürznelken u. Muskatnüsse berühmt u. werden deshalb auch Gewürzinseln genannt; außerdem liefern sie Sago, Brodfrucht, Kokosnüsse u. andere Tropenfrüchte; von Thieren gibt es Rindvieh, Schafe, Beutelthiere, Hirscheber, Zibethkatzen, Stachelschweine, Meerschwalben etc.; von Mineralien Gold, Asbest etc., auch Perlen werden gefunden u. eine Menge vortrefflicher Holzarten. Die Einwohner sind der Hauptmasse nach Harasoren od. Alsoren (negerartige Race), welche meist noch Heiden u. sehr roh sind, obwohl in neuerer Zeit die christlichen Missionäre Erfolge unter ihnen gehabt haben; außerdem finden sich auf den M. einige Papuasstämme, muhammedanische Malayen, Chinesen, Portugiesen u. Niederländer. Zahlreich sind die Sklaven auf den Inseln. Hauptbeschäftigung ist der Gewürzbau u. der Handel mit dessen Erzeugnissen; wichtig ist auch der Handel mit Trepang nach China. Die Inseln stehen theilweise noch unter verschiedenen einheimischen Fürsten, alle stehen jedoch in Abhängigkeit von den Niederländern. Die drei Hauptgruppen der M. sind: a) die Ternatas od. die M. im engeren Sinne; sie bilden die nördlichste Gruppe u. liegen zwischen der Nordostspitze von Celebes u. der Nordspitze von Neuguinea. Es gehören dazu 13 größere u. eine Menge kleinere Inseln; die hauptsächlichsten Inseln sind Dschilolo (die größte des ganzen Archipels), Ternate, Tidor, Motir, Batschian, Damer, Oby u. Matschian (Makian); b) die Amboinen, welche südlich von den vorigen zwischen Neuguinea u. der südlichen Halbinsel von Celebes liegen u. die mittlere Gruppe bilden; zu ihnen gehören drei größere u. einige kleinere Inseln, u. zwar Amboina, Ceram (Sirang), Buro, Goram, Haroku, Saparna u. Nussa-Laut; c) die Bandinseln, die südlichste Gruppe, theilen sich wieder in vier Abtheilungen: aa) die eigentlichen Bandanseln, zu denen zehn kleine Inseln gehören[371] denen nur sechs bewohnt sind, u. von denen vier Inseln, nämlich Banda, Banda-Neira, Gunong-Api u. Ay ausschließlich der Anpflanzung des Muskatbaumes gewidmet sind; bb) die südwestlichen Inseln, welche aus acht größeren: Wetter, Moa, Kisfir, Damme, Teralsa, Sermatten, Lakar u. Leti, nebst einigen kleineren bestehen; cc) die südöstlichen Inseln, wie Timor-Laut, Larat, Groß- u. Klein-Key u. Baber; dd) die Aruinseln, die östlichste Gruppe der M., vier größere Inseln (Kobroor od. Kobesoat, Tranna od. Traman, Majkor u. Wammer) u. eine Menge kleiner, zum Theil unbewohnter Eilande. – Die M. wurden von den Portugiesen unter Antonio de Brao 1511 entdeckt u. 1521 durch diese Tidor u.a. besetzt; 1599 nahmen die Niederländer Besitz, eroberten 1605 die Festung Tidor, vertrieben 1623 die Engländer, welche sich auch auf einigen Inseln angesiedelt hatten u. bekamen 1663 auch die letzten portugiesisch-spanischen Besitzungen. 1796 verloren die Holländer die M. an die Engländer, erhielten sie aber im Frieden von Paris 1814 wieder. Die Holländer halten ungefähr 1000 Mann Besatzung darauf u. lassen das Ganze durch einen Gouverneur regieren.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 371-372.
Lizenz:
Faksimiles:
371 | 372
Kategorien: