Pflaumenbaum

[17] Pflaumenbaum 1) die botanische Gattung Prunus überhaupt; bes. 2) der Gemeine P. (Hauspflaumenbaum, Prunus domestica), wird etwa 12–20 Fuß hoch, hat ganz kahle Äste u. oval elliptische od. eilängliche, stumpfgesägte, spitzliche u. anfangs beiderseits, später nur unten weichhaarige Blätter. Die Blüthen kommen mit den Blättern zugleich hervor, haben einen glockigen Kelch mit fünf länglichen, feingesägten wimperigen Lappen u. fünf längliche grünlichweiße Blumenblätter. Die ovalen od. eirunden Früchte (s. Pflaume) sind violettroth u. hellblau bereist, od. grün od. gelb; das Kernhaus ist stark zusammengedrückt; Blüthezeit: April bis Mai. Über die mißrathenen Früchte des P-s s. Tasche. Der P. liebt den gemäßigten Himmelsstrich (gedeiht aber dennoch im höhern Norden besser, als irgend ein Obstbaum), warmen Boden, ist mit mancherlei Erdreich zufrieden, doch bringt er in gutem Gartenboden die schönsten Früchte; schwitzt ein Harz aus, welches ihn oft brandig macht, wurzelt sehr viel, doch nicht sehr tief, treibt aus den Wurzeln viel Schößlinge u. wird oft mit dem dritten Jahre schon tragbar. Die Vermehrung wird bei vielen durch die Kerne, gewöhnlich aber durch die Wurzelschößlinge bewirkt; die jungen Bäume werden veredelt. Beim Oculiren bringt man gewöhnlich Zwetschensorten wieder auf. Zwetschenstämme. Einige Arten Pflaumenbäume lassen sich gut am Spalier erziehen. Der P. stammt aus Asien, von wo er nach Griechenland, durch die Römer von da nach Illyrien kam u. von hier aus hernach sich weiter verbreitete. Das Pflaumenbaumholz ist hart, aber spröde, wird wegen seiner rothbraunen, oft flammigen Farbe u. weil es eine gute Politur annimmt, von Drechslern u. Tischlern zu Kleinigkeiten benutzt; auch als Brennholz ist es von vorzüglicher Güte u. als Zaunstäbe od. Spaliersäulen halten Pflaumenbäume, selbst mit faulem Kern, lange aus.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 17.
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