Southern Pacific Company

[84] Southern Pacific Company (südliche Überlandbahn) ist eine der größten Eisenbahn- und Dampfschiffahrtsunternehmungen der Vereinigten Staaten. Die Gesellschaft ist am 17. März[84] 1884 unter den Gesetzen des Staates Kentucky gegründet. Obgleich sie ihren Schwerpunkt in dem Staat Kalifornien hat, zogen die Gründer – an erster Stelle die großen Eisenbahnkönige des Westens der Vereinigten Staaten, C.P. Huntington (s.d.) und Leland Stanford – vor, sich von Kentucky die Konzession erteilen zu lassen, weil sie fürchteten, daß die Gesetzgebung des Staates Kalifornien ihnen einmal unbequem werden könnte. Die Eisenbahnlinien der Gesellschaft erstrecken sich von Portland in Oregon über San Francisco und Los Angelos bis nach New Orleans und Galveston in einer Länge von fast 5000 km. Von dieser Hauptlinie gehen nach verschiedenen Richtungen Seitenlinien ab, die insbesondere die südlichen und westlichen Gebiete Kaliforniens durchziehen. Die Gesellschaft hat mehrere größere Eisenbahnlinien, die früher selbständig waren, teils durch Kauf, teils durch Pachtung erworben und zu einem Ganzen vereinigt. Die hauptsächlichsten dieser Gesellschaften sind die Central Pacific-Eisenbahn (s.d.), die Southern Pacific Gesellschaften von California, von Arizona und von Neu-Mexico, die Oregon and California-Eisenbahn (von Portland in Oregon nach San Francisco), die Galveston, Harrisburgh and San Antonio-Eisenbahn und mehrere kleinere Linien. Durch Neubau und Erwerb anderer Bahnen sowie durch Verkauf einzelner Strecken hat sich das Netz im Lauf der Jahre wiederholt geändert. Die S. war lange Zeit zu einer Betriebs- und Finanzgemeinschaft mit der Union Pacific Ry. verbunden (s.d.). Durch Urteil des höchsten Gerichtshofs vom 2. Dezember 1912 ist diese Gemeinschaft auf Grund des Sherman- (Antitrust-) Gesetzes aufgelöst und die beiden Netze sind am 30. Juni 1913 getrennt worden. Der Verkehr zwischen New Orleans, Galveston, Veracruz und den übrigen südöstlichen Häfen der Vereinigten Staaten und Mexicos mit New York und den anderen nordöstlichen Hafenplätzen wird durch Dampfer vermittelt, die Strecken in einer Gesamtlänge von etwa 7000 km durchfahren.

Das Gesamtnetz der S. hatte am 30. Juni 1913 einen Umfang von 16.196 km, wovon 10.658 km im Eigentum und 5538 km im Pachtbetrieb der Gesellschaft standen. Das Anlagekapital betrug 272,672.406 $ in Aktien und 165,581.910 $ in Bonds. An Dividenden sind seit 1907 regelmäßig 6% auf die gewöhnlichen Aktien ausgeschüttet worden. Wie bei den meisten der großen amerikanischen Bahnen, sind auch bei der S. die Finanzverhältnisse höchst unklar. Über den Betrieb und die auf den wettbewerbsfreien Strecken erhobenen unverhältnismäßig hohen Tarife wurde früher viel geklagt.

Literatur: außer den Jahresberichten, den Mitteilungen in Poors Manual: van Oss, The Southern Pacific System in dessen Buch: American Railroads as investments. 1893, S. 689 ff.

v. der Leyen.

Quelle:
Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 9. Berlin, Wien 1921, S. 84-85.
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