Bock, Gustav

[68] Bock, Gustav. Gustav Bock, geb. 1813, und Eduard Bote begründeten am 27. 1. 1838 eine Musikalienhandlung, verbunden mit Verlag, unter der Firma Ed. Bote & G. Bock. Gustav B., eine der bekanntesten Berliner Persönlichkeiten in den 40er bis 60er Jahren des 19. Jahrhunderts, war zugleich einer der größten deutschen Musikverleger. In seinem Verlagskataloge trat neben den Opern und der Musica sacra auch eine Sammlung klassischer Werke der Tonkunst hervor. Um nun diese Meister in gleichmäßigen, billigen Ausgaben zu verbreiten, mußte eine bedeutend umfangreichere Herstellung von Noten als bisher geschehen Platz greifen. Bock kam daher auf den Gedanken, die Strafgefangenen in Moabit und Spandau damit zu beschäftigen, der Versuch glückte und hat ihm neben geschäftlichem Nutzen auch den Dank der Behörden eingebracht, die das Gute der Beschäftigung für die Gefangenen bald erkannten. Zu den Autoren des Verlages zählen die bedeutendsten Tondichter wie Meyerbeer, Offenbach, Flotow, Raff, Rubinstein, Berlioz, Gounod, Verdi, Kiel, Mascagni, Smetana, Kienzl, d'Albert, Schillings u. v. a.;[68] die Militärmusik fand in Bock einen eifrigen Pfleger, er hat auch eine Stiftung für invalide Militärmusiker gegründet. Gustav Bock starb im April 1863 (Ed. Bote war bereits 1847 aus dem Geschäfte ausgetreten) und nachdem sein Bruder Emil Bock (der Besitzer von B. Behrs Buchhandlung) eine zeitlang das Geschäft als Prokurist weitergeführt, ging die Handlung 1873 in den Besitz von Hugo Bock über, der, zum Kommerzienrat ernannt, zur Zeit noch Inhaber ist.

Die von der Firma 1854 in Posen begründete Filiale wird seit 1864 von S. Sluzewski, dem sein Sohn Leon Sluzewski seit 1892 zur Seite steht, unter altem Namen weitergeführt.

Quellen: Vossische Zeitung 1863; Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel 1863.

Quelle:
Rudolf Schmidt: Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker. Band 1. Berlin/Eberswalde 1902, S. 68-69.
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