Höhe

1. Des einen Höhe ist dem Neidischen ein Wehe.Parömiakon, 65.


2. Die Höhe lobe, aber bleib' auf der Ebene.


3. Die Höhe thut kein gut.


4. Die Höhe thut kein gut, sagt Ikarus.Parömiakon, 1648.


5. Endlich kömmt man doch ön e Höcht, säd de Gringel1, wie hei an e Angel hung.Frischbier2, 1635.

1) Gründling (Cyprinus gobia). – Endlich kommt man doch in die Höhe, sagte der Gründling, als er mit einem Angelhaken aus dem Wasser gezogen wurde.


6. Grosse Höhe, viel Wehe.


7. Höhe ist dem Neidhart ein Wehe.


8. Höhe ist selten ohne Wehe.Parömiakon, 1908 u. 1937.


9. Höhe macht Schwindel.

Holl.: De hoogte doet duizelen. (Harrebomée, I, 330.)

10. Höhe thut nicht gut, sagte die Rakete, und zerplatzte.


11. In die Höhe geht's nicht ohne Wehe.

Lat.: Non est ad astra mollis e terris via. (Seybold, 368.)


12. Von der Höhe geht's ins Wehe.

Erinnert an die Gefahr des Falls. Die Albanesen sagen: Wer die Höhe hinaufsteigt, der sieht einen Abhang. (Reinsberg II, 32.)


13. Wer in die Heech speit, dem fallt der Speichel ins Ponim (Gesicht).Tendlau.


14. Wer in die Höhe klettert, wird leicht an den Füssen gefasst.


[736] 15. Wie die Höhe, so der Fall.

Aehnlich arabisch. (Cahier, 2379.)

Frz.: De grande montée, grande chute. (Bohn I, 15.)

Span.: A gran salida, gran caida. (Cahier, 3701.)


*16. Das ist (hat) die rechte Höhe. (Köthen.)

Wenn man von einer üblen oder verkehrten Massregel spricht. In Würzburg: Dess is die rächta Höh. (Sartorius, 166.) Die Sache hat ihren Culminationsoder Entscheidungspunkt erreicht. D'r Docter hat Moschus v'rschrieba; dass is die rächta Höh. Aus Schwaben erhielt ich dieselbe Redensart mit der Erklärung: Da geht's lustig u.s.w. genug zu.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2. Leipzig 1870, Sp. 736-737.
Lizenz:
Faksimiles:
736 | 737
Kategorien: