Die Habeas Corpus Acte

[154] Die Habeas Corpus Acte, ein mit den Worten Habeas Corpus sich anfangendes Englisches Gesetz vom Jahr 1697, nach welchem jeder Verhaftete in den ersten vier und zwanzig Stunden vor die geschwornen Richter des Reichs gestellt werden muß, um ihn, wenn er unschuldig ist, oder die Sache kein Hauptverbrechen betrift, gegen einen Bürgen auf der Stelle wieder los zu lassen. Dieses Gesetz, ein Kleinod, auf welches jeder Britte stolz ist, wird jedoch in gefährlichen Zeitumständen von dem Parlament aufgehoben oder vielmehr suspendirt, und dem König die Macht ertheilt, ohne Rücksicht auf dasselbe verdächtige Personen in Haft zu halten. Dieses geschah im J. 1794 wegen der panischen Furcht, die man in England vor Aufruhr und Empörung hatte; und so sehr auch vorzüglich der große Redner Sheridan wider diese Suspension als einen großen Eingriff in die Englische Freiheit eiferte, und auf die schleunigste Wiederherstellung der Habeas Corpus-Acte drang, so wurde dennoch diese Suspension sogar im Febr. 1795 erneuert.

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Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 2. Amsterdam 1809, S. 154.
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