Drillen

[599] Drillen, ein aus dem Englischen stammender Ausdruck, heißt in Reihen säen, daher Drillcultur die demgemäße Bestellung des Feldes mittels eigner Maschinen und Werkzeuge. Sie ist nur in lockerm, kräftigem und nicht steinigem Boden anwendbar und man beabsichtigt dabei Ersparniß an der Aussaat, reichlichern Ertrag und bequeme Säuberung der Früchte von Unkraut. Es werden zu dem Ende mit dem Drillpfluge, welcher aus einem Querbalken mit fünf oder mehr keilförmigen Furchhölzern besteht, in dem vorher schon klar gemachten Acker die zur Aufnahme der Saat bestimmten 8–9 Zoll voneinander entfernten Furchen gezogen; dem Pfluge folgt die Säemaschine, welche die Körner gleichmäßig in die Furchen fallen läßt, die dann mit einer Egge und Walze gedeckt werden. Man hat indessen auch Maschinen, welche diese Arbeiten auf einmal verrichten. Nachdem die Saat aufgegangen, wird sie zu angemessenen Zeiten mit der Pferdehacke behäufelt, der Boden also auf, gelockert, dadurch zur Annahme von Nahrungsstoffen aus der Luft geschickter gemacht und zugleich das Unkraut ausgerottet. Die Pferdehacke hat ein Rad, hinter dem ein mehr und weniger tief zu stellendes schaufelförmiges oder nur spitziges Hackeisen angebracht ist, und wird von einem Pferde gezogen. Der Erfinder der Drillcultur war Joseph Tocatelli aus Kärnthen, vervollkommnet ward sie besonders von Engländern; da sie jedoch ansehnlichen Aufwand von Zeit und Arbeit fodert, mit dem auf großen Gütern der Mehrertrag nicht im rechten Verhältnisse steht, auch die Drillwerkzeuge zum Theil ziemlich kostbar sind, so hat diese Art der Feldbestellung neuerdings keine Fortschritte gemacht und selbst in England wendet man sie fast nur noch auf Hülsenfrüchte und Weizen an. Dagegen dürfte sie für kleine Wirthschaften und beim Gebrauche geeigneter, von Menschenkraft zu regierender Werkzeuge sehr nützlich sein.

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Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 599.
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