Optik

[344] Optik (die) heißt in der weitesten Bedeutung die ganze Lehre vom Licht und vom Sehen oder von den geraden, den gebrochenen und zurückgeworfenen Lichtstrahlen und macht einen Theil der mechanischen Naturlehre (s. Naturwissenschaften) aus. In beschränkterm Sinne beschäftigt sich die Optik blos mit dem geradlinigen Licht und die Lehre von den Erscheinungen gebrochener Lichtstrahlen wird von ihrer Zweigwissenschaft, der Dioptrik, die von der Zurückwerfung des Lichtes von Körpern mit sehr glatter Oberfläche, oder Spiegeln, von der Katoptrik besonders bearbeitet. Optisch wird genannt, was sich auf das Sehen und den Gesichtssinn bezieht und optische Täuschung heißt daher ein Schein, welcher durch gewisse Brechungen, Zurückstrahlungen u. dergl. des Lichts herbeigeführt ist, wie z.B. das Gebrochenscheinen eines geraden, zum Theil ins Wasser gehaltenen Stabes und die Fata Morgana (s.d.). Die vorzugsweise für das Auge darstellenden Künste, wie Bildnerei und Malerei, werden deshalb optische Künste, Fernröhre, Brillen, Vergrößerungsgläser und dergl. optische Instrumente und wer sich mit deren Verfertigung beschäftigt, wird ein Opticus genannt.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 344.
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