Zeuxis

[797] Zeuxis war ein berühmter Maler des alten Griechenlands, aus Heraclea in Unteritalien (Großgriechenland) gebürtig und lebte um 400 n. Chr. zu Athen. Nach dem athen. Maler Apollodorus, dessen Schüler er war und an welchem schon treue Nachahmung der Natur, richtige Zeichnung und gute Farbengebung gerühmt wurden, scheint Z. die Malerkunst mit großem Erfolg vervollkommnet und alle Frühern übertroffen zu haben. Vornehmlich gelangen ihm Darstellungen weiblicher Personen, und seine Helena, welche später nach Rom kam, eine Penelope und Alkmene werden von den Alten sehr gepriesen. Berühmte Gemälde von Z. waren eine Götterversammlung (Jupiter von den andern Göttern umgeben), ein Hercules, der in der Wiege die Schlangen erdrückt und seine Mutter Alkmene, eine Wärterin und Amphitryon zusehen, wie er sich denn zuerst an die Darstellung größerer Compositionen und durch Handlung verbundener Personen gewagt haben soll. Mit seinem im Gefälligen und Zarten meisterhaften Nebenbuhler Parrhasius hatte er sich einmal in einen Wettstreit eingelassen und Z. malte auf diese Veranlassung einen Korb mit Weintrauben so täuschend, daß die Vögel danach hinflogen und sie anpicken wollten. Parrhasius stellte daneben eine Tafel mit einem gemalten Vorhang auf. Z. verlangt dessen Entfernung, um das davon vermeintlich bedeckte Gemälde selbst zu sehen und nachdem er seine Täuschung erkannt hatte, gab er sich überwunden, weil er nur Vögel und Jener einen Künstler irre geführt habe. Bei einer andern Gelegenheit hatte Z. einen Knaben mit einem Korbe voll Weintrauben gemalt, nach denen die Vögel abermals pickten, aber diesmal verwischte er unmuthig die Trauben und meinte, wenn der Knabe ebenso gelungen wäre, würden die Vögel sich vor ihm gescheut haben. Eine Sage läßt ihn vor Lachen über das namenlos häßliche Gesicht der Hekuba sterben, die er gemalt hatte. Z. arbeitete sehr langsam, seine Gemälde aber, von denen keines erhalten ist, wurden sehr theuer bezahlt und er soll zuletzt so stolz gewesen sein, sie für unbezahlbar zu halten und sie deshalb nur noch verschenkt haben.

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Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 797.
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