Gerbert

[60] Gerbert, Martin, geb. 1720 zu Horb am Neckar aus dem Geschlechte der G. von Hornau, trat 1736 in das Benedictinerstift St. Blasien (s. d.), lehrte Philosophie u. Theologie, machte große Reisen (Iter alemannicum), erwarb Schriftstellerruhm; bewährte sich, Fürstabt seit 1764, als einer der ausgezeichnetsten Männer seiner Zeit und st. 1793. Er förderte unter den Künsten besonders die Baukunst u. Kirchenmusik (Scriptores de musica sacra, de cantu et musica sacra a prima ecclesiae aetate usque ad praesens tempus), unter den Wissenschaften die Theologie (schrieb selbst über die meisten Zweige derselben, besonders auch ascetische Schriften und über die Liturgie der Alemannen) und Geschichte (Geschichte des Schwarzwal des, Briefe des Kaisers Rudolf I, Fortsetzung der »Monumenta domus Austriacae« u.a.m.). Auch Stifter eines Arbeitshauses, Spitales, einiger Pfarreien u. lebt noch heute als Wohlthäter im Gedächtniß des Volkes fort.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 60.
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