Zeugung

[779] Zeugung lat. generatio, der geheimnißvolle Naturvorgang, durch welchen aus organischen Wesen neue ihrer Art entstehen. Die Z. ist entweder eine ungeschlechtliche oder geschlechtliche. Erstere besteht darin, daß ein einzelner organischer Theil eines Individuums sich absondert und dann selbständig fortlebt (bei manchen Polypen, Infusorien; die Reißer, Keime, Knospen der Pflanzen); oder es sondert sich ein unentwickelter Keim aus und bildet an einer andern Stelle ein Individuum (bei Staubpilzen,[780] einigen Polypen). Die geschlechtliche Z. setzt 2 Geschlechter und deren Vereinigung voraus, mit einem weiblichen Zeugungsstoff (Ei) und einem männlichen (Samen). Der Gegensatz der Geschlechter findet sich von den höheren Pflanzen aufwärts bei allen Thieren, bei den letztern am bestimmtesten ausgesprochen in den höhern Klassen, wobei die Geschlechter in Individuen gesondert erscheinen, während sie bei den meisten Pflanzen n. niederen Thieren in einem Individuum vereinigt sind (s. Hermaphroditismus). Vgl. Befruchtung, Ei, Samen, Schwangerschaft, Fötus, Geburt.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 779-780.
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779 | 780
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