Adelsberg

[104] Adelsberg (slowen. Postojina), Marktflecken in Krain, 548 m ü. M., auf dem Karstplateau und an der Südbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit einer Dampfsäge und (1890) 1709, als Gemeinde (1900) 3636 meist slowen. Einwohnern. Nordwestlich davon der Schloßberg (676 m) mit den Ruinen der Burg A. und die berühmte Adelsberger Grotte. Der vordere Teil derselben war schon seit 1213 bekannt, der größte Teil ist aber erst 1818 entdeckt. Der Eingang liegt 19 m über dem Flusse Poik, der sich hier in die Grotte stürzt und nach einer Strecke von 800 m unterirdisch verschwindet. Die Grotte ist bisher auf 4172 m zugänglich gemacht; ihre Richtung geht von SW. nach NO. Der tiefste Punkt am Eintritt der Poik ist 514 m, der höchste 577 m ü. M. Die Temperatur beträgt 9–11°. Die Grotte kann auf einer 2561 m langen Rollbahn befahren werden und wird im Sommer täglich elektrisch beleuchtet. Der stollenartige Gang erweitert sich zunächst zum Großen Dom mit grotesken Tropfsteingebilden; seitwärts hiervon befindet sich die alte Grotte mit vielen Inschriften. Die 1818 entdeckten Räume enthalten die Ferdinandsgrotte, den Tanzsaal, in dem jährlich am Pfingstmontag das Grottenfest gefeiert wird, das Belvedere, den Kalvarienberg, den großartigsten Teil, 58 m hoch, mit den Trümmern von vielen hundert zum Teil riesiger Säulen, das Grab, einen Stalagmit von 16 m Umfang, u.a. Andre Grotten in der Nähe von A. sind: die Magdalenengrotte, berühmt als der erste Fund art des Grottenolms (Proteus anguineus), die Poikhöhle, durch welche die Poik ihren unterirdischen Lauf nordwärts fortsetzt, die Grotten von Otok und Planina, die Höhlen von Luegg (s. d.). Vgl. Schmidl, Zur Höhlenkunde des Karstes (Wien 1854), und dessen »Wegweiser« (2. Aufl., das. 1858); Kraus, Höhlenkunde (das. 1894).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 104.
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