Demmler

[629] Demmler, Georg Adolf, Architekt, geb. 22. Dez 1804 in Güstrow, gest. 2. Jan. 1886 in Schwerin, bezog 1819 die Bauakademie in Berlin, ward 1823 Feldmesser in Potsdam, trat 1824 in den mecklenburgischen Staatsdienst, ward 1837 Hofbaumeister in Schwerin und 1841 Hofbaurat. Von ihm rühren bis 1851 die Pläne zu den hauptsächlichsten Hochbauten in Schwerin, besonders die zum Schloß, zum Arsenal und zum Marstall, her. Wegen Anteils an der politischen Bewegung von 1848–50 wurde er 1851 ohne Pension entlassen. Seine genialen Entwürfe zum Schloßbau kamen nun nicht durch ihn, sondern unter mannigfachen Abweichungen durch Stüler zur Ausführung. Er kehrte erst nach längern Reisen durch Europa 1857 nach Schwerin zurück, wo er Mitglied des Bürgerausschusses wurde. Er war Mitstifter des Nationalvereins 1859, der Friedens- und Freiheitsliga in Genf und der deutschen Volkspartei in Stuttgart 1868. Im J. 1877 wurde er von den Sozialdemokraten im Leipziger Landkreis in den Reichstag gewählt, verzichtete aber 1878 auf eine Wiederwahl. Durch seine politischen Neigungen setzte er seiner künstlerischen Tätigkeit, die, in der Schule Schinkels gereist, in dem Ausdruck monumentaler Bedeutung ihren Höhepunkt erreichte, ein vorzeitiges Ziel.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 629.
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Demmler, Horst

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