Eichwald [2]

[431] Eichwald, Karl Eduard, Mediziner und Naturforscher, geb. 4. Juli 1795 in Mitau, gest. 10. Nov. 1876 in Petersburg, studierte seit 1814 in Berlin und Wien Naturwissenschaft und Medizin, ward 1821 Privatdozent in Dorpat und 1823 Professor der Zoologie und Entbindungskunde in Kasan. Von hier aus unternahm er Forschungsreisen an die Ufer des Kaspischen Meeres und in den Kaukasus. 1827 wurde er nach Wilna versetzt und 1838 zum Professor der Zoologie und Mineralogie in Petersburg ernannt. Auf größern Reisen, 1829 bis zum Schwarzen Meer, 1836 durch Oberitalien, die Schweiz, 1838 durch Estland und Finnland und Skandinavien, verfolgte er hauptsächlich geologische Zwecke. Zum Professor am Petersburger Berginstitut ernannt, wandte er sich der Paläontologie zu und bereiste 1846 die Eifel, Tirol, Italien, Sizilien und Algerien. 1851 trat er in den Ruhestand. Er schrieb: »Reise auf dem Kaspischen Meer und in den Kaukasus, unternommen in den Jahren 1825–1826« (Stuttg. 1834–37, 2 Bde.); »Alte Geographie des Kaspischen Meeres, des Kaukasus und des südlichen Rußland« (Berl. 1838); »Plantarum novarum, quas in itinere caspio-caucasico observavit, fasciculi« (Wilna u. Leipz. 1831–33, 2 Tle.); »Fauna caspiocaucasica« (Petersb. 1841, mit 40 Tafeln); »Beiträge zur Infusorienkunde Rußlands« (Mosk. 1844; 3 Nachträge, das. 1847–52); »Die Urwelt Rußlands, durch Abbildungen erläutert« (Petersb. 1840–47, 4 Hefte) und in russischer Sprache: »Die Paläontologie Rußlands« (Bd. 1, 1851; franz., Stuttg. 1850); »Lethaea rossica, ou Paléontologie de la Russe« (das. 1852–68, 2 Bde.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 431.
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