Elementarlehre

[697] Elementarlehre ist Unterricht in den Anfangsgründen einer Wissenschaft; im philosophischen Sprachgebrauch: Darstellung der aus den Prinzipien einer Wissenschaft folgenden Lehrsätze im Gegensatz zur Methodenlehre, welche die Regeln zur systematischen Ordnung und Anwendung der Lehrsätze gibt. So nennt z. B. Kant in der »Logik« die E. auch den dogmatischen, die Methodenlehre den technischen Teil und erklärt über den Unterschied beider (§ 96): »Wie die E. in der Logik die Elemente und Bedingungen der Vollkommenheit einer Erkenntnis zu ihrem Inhalt[697] hat, so hat dagegen die allgemeine Methodenlehre, als der andre Teil der Logik, von der Form einer Wissenschaft überhaupt oder von der Art und Weise zu handeln, das Mannigfaltige der Erkenntnis zu einer Wissenschaft zu verknüpfen«. Demgemäß handelt er in der »E.« von den Begriffen, Urteilen und Schlüssen, in der »Methodenlehre« von der Definition und von der logischen Einteilung der Begriffe. Auch in den Kritiken der reinen und der praktischen Vernunft etc. kehrt die Unterscheidung der E. und der Methodenlehre wieder.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 697-698.
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