Gaßner

[378] Gaßner, Johann Joseph, berüchtigter Teufelsbanner, geb. 20. Aug. 1727 zu Bratz bei Bludenz in Vorarlberg, gest. 4. April 1779, studierte bei den Jesuiten zu Innsbruck und Prag, erhielt 1751 das Amt eines Frühmesners zu Dalgs und 1758 die Pfarrei zu Klösterle am Arlberg. Er gab vor, mittels Teufelsbeschwörungen Kranke heilen zu können. Vom Bischof von Konstanz unterstützt, dann, als dieser G. sein Treiben verwehrte, 1774 vom Bischof Fugger von Regensburg nach Ellwangen und nach Regensburg berufen, erhielt G. hier einen unbeschreiblichen Zulauf aus Böhmen, Österreich, Bayern, Schwaben, Franken, ja selbst aus den niederrheinischen Provinzen, bis Joseph II. 1777 dem Unwesen steuerte und G. befahl, Regensburg zu verlassen. Der Bischof, der ihn zu seinem Hofkaplan und Geistlichen Rat ernannt hatte, wies ihm die Pfarrei Bendorf an, wo er bald darauf ganz verschollen starb. Die über ihn erschienenen Schriften bilden den Inhalt der »Zauberbibliothek« (Augsb. 1776). Lavater und in neuerer Zeit Eschenmayer (in Kiefers »Zeitschrift für tierischen Magnetismus«) haben Gaßners Heilmethode verteidigt. Vgl. Semler, Sammlung von Briefen und Aufsätzen über die Gaßnersche Geisterbeschwörung (Halle 1796); Sierke, Schwärmer und Schwindler zu Ende des 18. Jahrhunderts (Leipz. 1874); Zimmermann, Johann Jos. G., der berühmte Exorzist (Kempt. 1878).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 378.
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