Leszczynski [2]

[453] Leszczynski, Paul von, preuß. General, geb. 29. Nov. 1830 in Stettin, trat 1848 ins Heer, nahm 1849 am Feldzug in Baden teil und besuchte 1853 bis 1856 die Kriegsakademie. Seit 1861 Hauptmann, befehligte L. 1864 eine Sturmkolonne bei Düppel, wurde Generalstabsoffizier der 12. Division und besuchte in militärischen Aufträgen Österreich und Frankreich bis März 1866. Während des preußisch-deutschen Feldzuges Chef des Stabes beim Generalgouvernement in Sachsen, ward L. 1867 Chef des Generalstabes des badischen Bundeskorps in Karlsruhe und nach Ausbruch des Krieges 1870 Chef des Generalstabes der badischen und württembergischen Truppen bis nach der Schlacht bei Wörth. Als Chef des Generalstabs der Belagerungsarmee von Straßburg war L. mit dem Abschluß der Kapitulation beauftragt, wurde dann Chef des Stabes des 14. Korps und nahm als solcher an der Schlacht an der Lisaine teil. 1878 zum Kommandeur der 4. Gardeinfanteriebrigade, 1880 zum Inspekteur der Jäger, 1883 zum Kommandeur der 15. Division und 1884 der 11. Division befördert, führte L. 1888–91 das 9. Korps und wurde bei seiner Stellung zur Disposition Chef des Infanterieregiments »Markgraf Karl« Nr. 60. Mit besondern militärischen Aufträgen besuchte L. 1878 Italien, 1881 Österreich, 1884 Rußland und unterhielt 1888–94 nähere Beziehungen zum Fürsten Bismarck.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 453.
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