March, Ernst

[268] March, Ernst, Tonwarenfabrikant, geb. 30. Juni 1798 zu Panknin in Hinterpommern, gest. 14. Dez. 1847, kam 1813 nach Berlin, wo er in die Tonwaren fabrik von Feilner eintrat und den Unterricht auf der Kunstakademie genoß. Er studierte 1825 in Choisy-Le-[268] Roi das Brennen des Steinguts mit Steinkohle und kehrte als Teilhaber in das Feilnersche Geschäft zurück. 1836 begann er in Charlottenburg die Erbauung einer eignen Fabrik und lieferte vorzugsweise figürliche Darstellungen und Nachbildungen von Antiken, später architektonische Ornamente und Werkstücke. Die Fabrik, die für die Verwendung von Tonwaren für architektonische Zwecke bahnbrechend war, gewann, 1865 auf die Söhne Paul (1830–1903) und Emil (1834–1905) übergegangen, eine große Bedeutung. Sie lieferte die Reliefs der Dirschauer Brücke, die Ornamente und Fußböden vieler öffentlicher Gebäude und Privathäuser in Berlin, die Figuren und Ornamente der Universitätsgebäude in Königsberg, Rostock und Budapest etc. 1899 ging die Leitung der Fabrik auf Pauls Sohn Albert, geb. 20. Dez. 1859, über, der besonders Apparate für die chemische Industrie herstellte und 1901 eine Vereinigung des Geschäfts mit der Tonwarenfabrik für chemische Industrie in Krauschwitz bei Muskau und mit der Tonwarenfabrik Bettenhausen bei Kassel unter der Firma Deutsche Ton- und Steinzeugwerke A. G. Charlottenburg herbeiführte. Die Gesellschaft liefert namentlich Druckbirnen, Steinzeugexhaustoren, Hahnteile, Kühlelemente in Türmen, Apparate für die Säureindustrie, elektrotechnische Prozesse, Kühlschlangen, Vakuumapparate etc.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 268-269.
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