Pfund [1]

[752] Pfund (v. lat. pondo, das oft allein für pondo libra [»1 Pfund schwer«] stand, abgekürzt ℔, entstanden aus lb. = libra), in den germanischen und slawischen Ländern die jetzt großenteils vom Kilogramm ersetzte Gewichtseinheit, wurde ursprünglich unter fortgesetzter Halbierung meistens in 16 Unzen oder 32 Lot etc. geteilt. Über die wichtigern Pfunde gibt die Tabelle S. 753 Auskunft; s. auch Apothekergewicht, Liespfund, Schiffspfund etc. Ein altes Pfundschwer in Bremen = 149,55 und in Hannover = 164,52 kg. Abgeleitet wurde aus dem P. auch ein Ölmaß: in Bremen ein Pfundmaß Öl = 0,5515 Lit. etc. Aus dem Gebrauche, die ungleich ausgeprägten Scheidemünzen bei größern Zahlungen zu wiegen, entstanden Ausdrücke wie »ein Pfund Heller« und förmliche Währungen: so in den Niederlanden ein Pond flämisch = 6 Gulden zu 20 Stüber oder = 20 Schilling zu 12 Grot = 10,42 Mk. der Talerwährung. Im mittelalterlichen Meßverkehr setzte man ein P. Silber (libra, talentum argenti) = 2 Mark von der in den guten Münzen des bezeichneten Ortes üblichen Feinheit. Das ägyptische P. ist = 20,75 Mk. (s. Ägypten, S. 189). Vgl. Pfund Sterling.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 752.
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