Telephos

[395] Telephos, im griech. Mythus Sohn des Herakles und der Auge (s. d., S. 105), ward als Kind in Tegea in Arkadien ausgesetzt, aber von einer Hirschkuh gesäugt und von König Korythos erzogen. Bei Teuthras von Mysien fand er später die Mutter und ward Nachfolger des Königs. Als auf dem Zuge gegen Troja die Griechen an der Küste Mysiens landen, besiegt sie T., wird aber von Achilleus verwundet. Da die Wunde nicht heilt und das Orakel verkündet, daß sie nur der heilen könne, der sie geschlagen habe, zieht er als Bettler verkleidet nach Argos, wohin die Griechen durch Sturm zurückverschlagen sind, flüchtet auf Klytämnestras Rat mit dem aus der Wiege geraubten Orestes, Agamemnons Sohn, auf den Hausaltar und droht, das Kind zu töten, wenn ihm keine Hilfe würde, worauf Achilleus mit dem Rost oder den Spänen seiner Lanze die Wunde heilt. T. zeigt den Griechen den Weg nach Troja, nimmt aber, als Gemahl der Astyoche, einer Schwester des Priamos, am Kriege selbst nicht teil. T. wurde in Pergamon und besonders von den Königen aus dem Hause des Attalos als Heros verehrt. Auf der Burg in Pergamon ausgegrabene Reliefs (im Berliner Museum) stellen seine Geschichte dar. Vgl. Pilling, Quomodo Telephi fabulam veteres tractaverint (Halle 1886).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 395.
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