Bellōna [1]

[546] Bellōna, der griechischen Enyo (s.d.) verwandte römische Kriegsgöttin, Tochter od. Gemahlin od. Schwester des Mars u. stets in Begleitung mit anderen Kriegsgottheiten; abgebildet mit furchtbarem Gesicht, mit Helm, Panzer, Schild u. Lanze, od. auch mit Fackel u. Peitsche. In ihrem Tempel zu Rom, welcher auf dem Campus Martius stand, wurden die fremden Gesandten u. die heimkehrenden Feldherren, welche auf einen Triumph Anspruch machten, vom Senat empfangen; vor dem Tempel stand eine Säule (Columella bellica), an welcher die Fetialen die Ceremonie der Kriegserklärung, den Speerwurf, vornahmen. Ihre Priester (Bellonarii) verehrten sie mit rasenden u. wilden Geberden; bes. am 3. Juni u. 24. März (Dies sanguinis) stürzten sie sich durch die Stadt u. schnitten sich mit Messern die Arme auf, daß das Blut heraus strömte.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 2. Altenburg 1857, S. 546.
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