Confucius

[356] Confucius (eigentlich Kong-fu-tse, d. i. Meister aus der Familie Kong), stammte aus einer alten Familie, Kong, welche ihren Ursprung von den mythischen Kaiser Ho-angti ableitete u. ihren Sitz im Kreise Schantong im Lande Lu hatte; er wurde geb. am 19. Juni 551 v. Chr. in der Stadt Tseuse, u. weil er einen Auswuchs an der einen Seite der Stirn hatte, so nannte ihn seine Mutter Kieu (d. i. kleiner Hügel); in Armuth aufgewachsen, wurde er schon in seinem 17. Jahre Inspector der Lebensmittel in der Provinz Lu, stieg dann von Stelle zu Stelle u. wurde endlich Minister in mehreren Provinzen. In seinem Bestreben, eine religiös-sittliche Reformation unter seinem Volke im Wege der Verwaltung einzuführen, fand er bei den Höfen u. bei dem Volke so viel Widerstand, daß er dem Mandarinenthum entsagte u. als Wanderprediger umherzog, überall die alten Schriften u. die Volksgesänge erklärend. Er fand viele Zuhörer u. Schüler, unter Letzteren bes. Tsang-tse u. Tsea-sse, welche seine Lehren u. Gespräche aufzeichneten, u. st. 479 v. Chr. Er schrieb mehrere Werke, s. u. Chinesische Literatur; den Inbegriff seiner Lehre faßte er in 205 Worten, Tahio (großer Unterricht), zusammen. Sein Ansehen war so groß, daß er alsbald nach seinem Tode göttlich verehrt, ihm Tempel errichtet u. Opfer dargebracht wurden. Er hinterließ einen Sohn Peiku, welcher der Stammvater einer zahlreichen Nachkommenschaft wurde, welche ihren Sitz in Schantong behielten u. deren jedesmaliger Chef seit 1384, den Titel Erhabener Graf führt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 356.
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